Im Tal des Fuchses von Charlotte Link

  • Titel: Im Tal des Fuchses
  • Autorin: Charlotte Link
  • Erscheinungstermin: 12. September 2012

Klappentext
„Was, wenn dein Entführer spurlos verschwindet und niemand weiß, wo du bist?

Ein sonniger Augusttag, ein einsam gelegener Parkplatz zwischen Wiesen und Feldern. Vanessa Willard wartet auf ihren Mann, der noch eine Runde mit dem Hund dreht. In Gedanken versunken bemerkt sie nicht das Auto, das sich nähert. Als sie ein unheimliches Gefühl beschleicht, ist es schon zu spät: Ein Fremder taucht auf, überwältigt, betäubt und verschleppt sie. In eine Kiste gesperrt, wird sie in einer Höhle versteckt, ausgestattet mit Wasser und Nahrung für eine Woche. Doch noch ehe der Täter seine Lösegeldforderung an ihren Mann stellen kann, wird er wegen eines anderen Deliktes verhaftet. Und überlässt Vanessa ihrem Schicksal …“

IIIhhhh….uuuaaahhh 😮 Da hat’s mich schon gegruselt, bevor ich das Buch überhaupt in Händen hielt. Als ich die Entführungsszene dann gelesen hab, war’s noch viel schlimmer!! Das ist erst mein zweites Buch der Autorin, das erste War Das Haus der Schwestern vor etlichen Jahren, von dem leider keinerlei Erinnerung zurück blieb. Also kann ich nicht abschätzen, wo im Link’schen Brillianzbereich sich dieses Werk einsortiert.

Ich kann aber berichten, was die Autorin hier macht – und das ist so simpel wie genial: sie nimmt richtige, echte Menschen! Kein durchgeknallter Psychopath, der seine schlimme Kindheit kompensieren muss. Kein bis ins Innerste hinein gutes Wesen, dem Schlechtes passiert. Kein schwarz und weiß, sonder Menschlichkeit in all ihren Farbschattierungen. Das hat mich sehr begeistert, denn es macht die Charaktere greifbar und real.

Zum Beispiel unser Übeltäter, der Entführer Ryan. Er tut etwas Böses, keine Frage. Aber eher, weil er feige und verzweifelt ist und sich seinen Fehlern und den daraus resultierenden Konsequenzen nicht stellen kann. Er ist nicht von Grund auf schlecht, kann sogar liebevoll und fürsorglich sein, was seine Tat nur noch umso entsetzlicher macht. Oftmals habe ich mich ertappt, wie ich mitfieberte und hoffte, ihm würde die Flucht gelingen. Oder Nora, die unbescholtene Bürgerin, deren (gesellschaftlich forcierte) Jagd nach einem Mann an ihrer Seite seltsame Blüten trägt. Der konnte man außer Verzweiflung und Einsamkeit nicht wirklich etwas vorwerfen. Ich mochte sie trotzdem nicht. Und so schwingt man von Charakter zu Charakter, ein Wechselbad der Gefühle nach dem nächsten.

Und der Award für den krassesten Moment, der mich ein Leben lang begleiten wird, geht an…. Trommelwirbel…
+Spoiler+++Spoiler+++Spoiler+++Spoiler+++Spoiler+++Spoiler+
Jennas Gespräch mit Ken, als sie ihn unvermittelt fragt, wo die Kinder sind – da ist mir alles aus dem Gesicht gefallen!! DAS hab ich nicht kommen sehen, da ist mir richtig eisig geworden!! wuuaaa….

Fazit: Ein sehr fesselndes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Von der ersten bis zur letzten Seite spannend, mit überraschenden Wendungen und einem so für mich nicht vorhersehbaren Ende. Charlotte Link legt immer wieder Spuren in die ein oder andere Richtung, so dass man sich des Öfteren für den Meisterdetektiv schlechthin hält und glaubt, den Täter schon zu kennen. Doch die Autorin ist uns immer einen Schritt voraus… Definitive Leseempfehlung für alle, die Thriller mögen und sich an der feinen Darstellung der menschlichen Natur in all ihren Facetten erfreuen. Aber nichts für schwache Nerven!!

5 von 5 Bananen

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