Das Stilmittel „Pferd“ im Liebesroman 

Stilmittel, liebe Bananen, die gibt es auch im Liebesroman. Ist so wie früher in der Schule: Gedichtanalyse 3.0, nur halt in lustig.

Ist euch mal aufgefallen, dass jeder Held, der aus historischer Notwendigkeit viel Zeit auf dem Pferderücken verbringt, einen Hengst hat?

Das ist ein Stillmittel.

Denn rein logisch spricht nichts dagegen, dass unser Held eine Stute oder einen Wallach hat. Rein logisch jenseits von Romancelandia natürlich. Denn im Liebesromanuniversum muss es ein Hengst sein, und da braucht es keinen Fortgeschrittenenkurs in Literaturwissenschaften, um zu erkennen: das ist eine Metapher. Der Hengst ist männlich und, im Gegensatz zum Wallach, potent. Und so dann auch der Held. Das ist der Plan. Unterschwellig soll uns als Leser das so näher gebracht werden.

Jetzt braucht der Held nicht nur einen Hengst – nein nein. Es muss ein SCHWARZER Hengst sein!! Das ist echt super wichtig, denn auch die Farbe fungiert hier wieder als Infoträger. In der Farbsymbolik eher negativ besetzt und oftmals für das Böse stehend, soll uns das sagen: der Held kann alle dunklen Mächte bezwingen, ebenso, wie er sein (natürlich wildes, aber bei ihm gehorchendes) Pferd kontrollieren kann.

Unsere Heldin hingegen, die hat immer eine Stute, in der Regel weiß. Jungfräulich, rein und unbefleckt (wobei, ehrlich mal: ein weißes Pferd sauber zu kriegen, ist so ziemlich das Unmöglichste, was es gibt!!).

Jetzt gibt es manchmal die Storyline, dass unsere Heldin ein kleiner Wildfang ist. Um das rüberzubringen, kann man wieder das Pferd als Stilmittel nutzen. Denn sie hat dann entweder, ganz untypisch und gesellschaftlich nicht so ohne weiteres akzeptiert, einen Hengst, der natürlich nur bei ihr total lieb und pflegeleicht ist ^^ Oder sie ist aus irgendeinem Grund mit dem Pferd des Helden per du, und das ist dann gleich doppelt wegweisend: die Frau kann generell mit wilden Pferden und mit seinem ganz besonders, also wenn er die nicht heiratet, dann ist jawohl nichts mehr richtig in der Welt.

Man muss sie einfach lieben, die Logik im Romancelandia-Universum… ❤️

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Liebesromancover & wieso ohne Fabio eigentlich gar nichts geht 

Liebesromane, ihr lieben Bananen, die sind verschrien wie Pornos. Einige gehen sogar soweit und nennen sie Pornos für Frauen. Ganz schön harter Tobak. 

Fragt man nun einen Verfechter einer solchen These, dann stellt man meist schnell fest: selbst gelesen hat er noch kein Werk dieses Genres. Sein Wissen, so wird bald klar, das bezieht er aus den Meinungen anderer. Doch wo haben die das dann her? 

Nun, viel ist geboren aus Unwissenheit und Vorverurteilung. Aber, und da müssen wir auch mal ehrlich sein: die Cover sind nicht ganz unschuldig daran. 

Denn auch wenn das bei neueren Werken eigentlich nicht mehr der Fall ist, so sieht man Liebesromanen aus den 90ern und allen Jahrzehnten davor schon auf 4 km gegen den Wind an, was einen inhaltlich so erwartet. 

Man sieht auf ihnen eine leicht bekleidete Dame, meist in glühender Umarmung mit einem langhaarigen Muskelmann. Sie ist schön, er ist stark. Und hat meistens kein Hemd an, oder es doch zumindest aufgeknöpft. Da geht es schon ganz schön heiß her auf diesen Covern…**luftzufächer**

Einer, dessen Gesicht einem immer und immer wieder begegnet, das ist Fabio. Mit vollem Namen heißt der Italiener Fabio Lanzoni, und hauptberuflich ist er Model. 

Er hat wohl auch noch eine ganze Menge anderer spannender Sachen gemacht, so behauptet zumindest seine Wikipediaseite. Aber seine wichtigste Leistung, da sind wir uns wohl alle einig, ist das Prägen der Liebesromancoverkultur. Mein Dank gilt der deutschen Sprache, die ein derartiges Wort möglich machte 😁

Zurück zu Fabio. Mit gemeißelten Gesichtszügen, einem stark ausgeprägten Kinn und langer Wallemähne ist er perfekt dafür gemacht, um uns die Helden der schnulzigsten Schundschnulzen visuell näher zu bringen. 

Eine kleine Auswahl dieser künstlerisch wertvollen Meisterwerke findet ihr auf den Seiten des Fabio Fanclubs – und nein, das habe ich mir nicht ausgedacht 😂 

Auch bei Buzzfeed findet sich eine schöne Sammlung an Fabios – what’s not to love?! 

Die Cover haben ihren ganz eigenen Charme, und als totaler Pluspunkt weiß man als potenzieller Leser direkt, was einen erwartet. Natürlich gibt es lustigeres, als sich mit einem Stapel solcher Werke der Kasse zu nähern – es fühlt sich ein bisschen an wie einkaufen im Sexshop 😁 

In Zeiten der eBooks kein Problem mehr, aber damals durchaus den Charakter stärkend. Denn welch wichtige Lektion: was du wirklich liebst, muss dir nicht peinlich sein. Du musst dich nicht verstecken, steh zu dem, was dich glücklich macht! Danke Fabio, ohne dich wär ich heut nicht die, die ich bin!! 👍